Darum! Frauen für Frauen auf der Flucht.

Annähernd die Hälfte der fast 20 Millionen Menschen, die weltweit auf der Flucht sind, sind Frauen und Mädchen. Viele von ihnen sind Mütter, Töchter, Schwestern und Tanten die selbst von Krieg, Verlust und Flucht gezeichnet sind. Sie sind es, die Familien zusammenhalten. Sie sind es, die versuchen, den Kindern so etwas wie eine Tagesstruktur zu ermöglichen auf der Flucht, in fremden Städten oder in Auffanglagern – buchstäblich aus dem Nichts.

 

SAO begann 2015 bekanntlich mit lebensrettenden Massnahmen an den Stränden von Lesbos und dann mit dem einzigen öffentlichen Warenlager in ganz Griechenland, welches all die benötigten Güter, die Menschen brauchen, die alles verloren haben, sammelt, sortiert, lagert und an Flüchtlinge, Camps, andere NGO auf Lesbos und dem griechischen Festland verteilt.

 

Raquel Herzog, Renata Blazek und Aris Vlachopoulos realisierten aber schnell, dass etwas Grundlegendes fehlt: Spezifische Hilfe für Frauen. Obwohl die Rolle der Frauen für Frieden und Wiederaufbau in wortreichen Dokumenten und Aktionsplänen der UNO und ihrer Mitgliedsstaaten seit Jahren festgehalten ist, gibt es kaum Angebote, die explizit auf Frauen zugeschnitten sind. In der täglichen Arbeit war es zuweilen, als ob dieses Bewusstsein nach wie vor komplett fehlt.

 

Als es um die Gründung von SAO in der Schweiz ging, war darum klar, dass wir neben den zwei Pfeilern Sicherheit und Assistenz dringend einen dritten Pfeiler brauchen: Den Fokus auf Frauen und Mädchen.

 

Dabei geht es uns einerseits um ganz alltägliche Dinge, wie zum Beispiel die Menstruation. Stell dir vor, du bist unterwegs und hast nirgends Zugang zu einer sauberen Toilette, geschweige denn zu einer Dusche. Du hast keinen Zugang zu sauberem Wasser, zu einem Waschlappen oder Binden. Es ist schlicht unvorstellbar. Frauen auf der Flucht müssen da aber Monat für Monat irgendwie durch und so gut es geht improvisieren. Sehr oft geht es nicht gut, weil sie eben kein sauberes Wasser bekommen, alte Zeitungen statt Binden benutzen müssen und Infektionen darum eine grosse Gefahr sind. SAO versucht dem mit gespendeten Hygiene-Packs entgegenzutreten, die via unser Warenlager Attika an die Frauen in den Camps verteilt werden. Wir sind dabei, ein spezielles Hygienepack zu entwerfen und zusammenzustellen, das noch besser auf die Bedürfnisse der Frauen zugeschnitten ist.

 

Aber es geht uns auch um den nächsten Schritt im Leben, gerade junger Frauen. Viele mussten ihr Studium abbrechen. Wir möchten, dass ein Abbruch nur ein Unterbruch wird. Wir möchten, dass junge Frauen möglichst schnell wieder zurück auf ihre «Schiene» kommen und ihre Ausbildung wieder aufnehmen. Dafür möchten wir 2017 das Programm «Back on Track» lancieren.

 

Die nötigen und vielschichtigen Abklärungen laufen. Insbesondere geht es darum, formale Kriterien für den Zugang zu Hochschulen in den verschiedenen europäischen Ländern zu eruieren und Übergangslösungen (z.B. für Sprachbarrieren) zu finden.

 

Es sind noch Fragen offen, aber der Fokus ist klar. So klar wie der Fokus vieler dieser jungen Frauen, die sich fit machen wollen, damit sie irgendwann zurück können. Zurück in ein eigenes Leben. Zurück in ihr Land, mit neuen Erfahrungen und Know-how, um, wie zum Beispiel im Fall von Syrien, ihr Land wieder aufzubauen.

 

Das gesicherte Wissen um die Schlüsselrolle, die Frauen beim Wiederaufbau und Friedenserhalt spielen, führte 2000 zur UNO-Sicherheitsresolution 1325 und zur Gründung von UN-Women. Nichtsdestotrotz werden ihre Bedürfnisse, ihre Prioritäten und ihre Stimmen in Projekten, die sie beschützen und begleiten sollten, nach wie vor kaum berücksichtigt, hält UN-Women 2016 fest.

 

Das kann nicht sein, das darf nicht sein. SAO will hierbei helfen, Gegensteuer zu geben. Wir bleiben dran, und hoffen Sie mit an Bord zu holen. Unterstützen Sie uns dabei.

 

 

Weiterführende Informationen (englisch):

unwomen.org

ipsnews.net

independent.co.uk

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